Servus mit’anand! Oder auch: Das Leben als bayerischer Saupreiß…

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 Servus!

Kennt ihr dieses Gefühl, dass ihr nirgendwo so richtig dazugehört? Also ich kenne es gut…eine Freundin von mir, sie ist Italienerin (in Deutschland geboren), kennt es auch – und von euch sicher auch einige. Sie ist weder in Deutschland als Deutsche akzeptiert, noch in Italien als Italienerin. Sie ist wie eine Promenadenmischung und keiner will sie haben. Tja, so in etwa geht es mir auch, nur dass ich tatsächlich Deutsche bin, in Deutschland geboren. Mit einem kleinem, aber feinem Unterschied!

Geboren bin ich im hohem Norden Deutschlands, meine Familie (ja, die gesamte Familie) kommt aus Bayern. Tja, da fragt man sich, wenn doch alle da unten sind, wieso bin ich dann hier? Nun ja, meine Eltern kamen berufsbedingt in den Norden, statt die Geburt abzuwarten! So bin ich nun also sozusagen eine Saupreiß mit süddeutschen Wurzeln…sehr süddeutsch…

Was bin ich nun also? Ich benutze tagtäglich typisch bayerische Wörter (mit Vorliebe Schimpfwörter, die hier keine Sau versteht) und auch sonst zieren einige Flaggen meine Wohnung. Ja, ich liebe Bayern! Doch geboren bin ich weit oben, nicht im Süden. Nicht dort, wo die Sonne scheint und im Winter die ersten Schneemänner gebaut werden, sondern eben dort, wo man astreines hochdeutsch spricht und am Wochenende an die Küste fährt.

Tja, man hört mir an, dass meine Eltern aus Bayern kommen. Sie haben mir zwar immer versucht beizubringen, wie man ordentliches hochdeutsch spricht, aber ich bitte euch…was denkt ihr, wie gut das klappt? Natürlich haben sie untereinander ihren Dialekt am Leben erhalten…epic fail! Sorry, ich kann doch nicht auf der einen Seite versuchen, einem Kind hochdeutsch beizubringen und dann nebenbei wieder bayerisch sprechen. Ihr könnt euch vorstellen, was draus geworden ist.

Heute spreche ich irgendeinen undefinierbaren Kauderwelsch und eigentlich fühle ich mich eher den Bayern hingezogen, obwohl ich ja nicht mal von dort komme…was hier oben im Norden im Übrigen nicht sehr gut angesehen ist. Es ist nicht fair, wo gehör‘ ich denn jetzt hin?

Fakt ist: Jemand von hier nennt mich „Bazi“ oder sogar „Ausländer“…wobei ich mich immer wieder frage, wieso alle denken, dass Bayern nicht mehr Deutschland sei. Weil es ein Freistaat ist? Alles klar! Liebe Thüringer (kann man das so sagen?), ihr seid seit 1990 auch keine Deutschen mehr! So! Die Bayern an sich nennen mich „Preiß“, zumindest, wenn sie mir freundlich gesinnt sind…ansonsten wird halt noch die Sau rausgelassen…

Zu welchem Ergebnis kommen wir also? Norddeutschland ist mein Geburtsort, hier habe ich meine Freunde, bin zur Schule gegangen und habe meine ganzen Jahre verbracht. Ich fühle mich hier wohl, solange mich niemand auf meinen Dialekt anspricht, denn dann bekommen die Menschen Bauklötze. „Ich bin von hier, ich bin hier geboren! Aber versuchen Sie mal, von frisch „Zugroasten“ hochdeutsch zu lernen!“ Aber Bayern ist für mich Heimat, mir gefällt’s dort einfach besser. Da ist die Familie…mittlerweile ist auch mein Vater wieder dort…die haben da besseres Wetter, besseres Essen, freundlichere Menschen und jede Menge ländliche Idylle…ach ja, ich vergaß die Wiesn 😉

Wie sieht’s bei euch aus? Habt ihr schonmal erlebt, dass ihr nirgendwo so richtig dazugehört habt? Als wäre das große Gerede um erfolgreiche Integration an eurer Umwelt vorbeigegangen? Lasst es mich wissen! 😉

See you next time, greenyart

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