元気ですか

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Guten Morgen ihr Lieben 🙂

Das war das Erste, dass ich von Daisuke zu hören bekam. „Genkidesuka“-> Wie geht’s? Schon seit längerem suchte ich nach einem Tandempartner. Also jemand,  der deutsch lernen möchte und mir im Gegenzug mit dem japanisch hilft. Ne Menge Leute kennengelernt. Leider waren die meisten so Menschen, mit denen man dreimal geschrieben hat und dann auf nimmer Wiedersehen. Bei Daisuke ist das etwas anders. Eigentlich wollte ich nicht mal antworten. Denn sorry…soooo einfallslos, dass man einfach nur nach meinem Wohlbefinden fragt? Ich habe trotzdem geantwortet. Und zehntausend Fragen in die Mail geklatscht. Irgendwie muss man ein Gespräch ja anfangen.

Seither schreiben wir jeden Tag. Und er hilft mir tatsächlich sehr mit der Sprache. Und ich ihm…er steht wie ich noch sehr am Anfang. Ich habe ihm abgeraten, sich jetzt schon mit dem Plusquamperfekt auseinder zu setzen. Davon ab braucht er den eigentlich sowieso nicht. Oder sprecht oder schreibt hier auch nur ein einziger im Plusquamperfekt. Okay…ich seh die Fragezeichen…lassen wir das…

Meine Freundin (extremer Otaku!) ist neidisch wie Bolle. Denn Daisuke ist nicht nur sehr nett und zuvorkommend, intelligent und lustig. Sondern eben auch ein richtiges Schnuckelchen. Wieso ich mir den nicht schnappe, fragt sie mich. Ja wieso…hallooooo? Der Junge lebt in Okinawa. Wie weit ist das entfernt? Sehr weit, richtig. Das macht eine Beziehung unmöglich. Und außerdem lerne ich japanisch nicht, um mir dort einen Ehemann zu suchen. Und im Übrigen auch nicht, um Mangas zu übersetzen…wird ja gerne so angenommen 😀

Naja…zurück zu Daisuke. Er erzählte, er war schon zweimal in Deutschland und fand es hier so schön. Was hast du alles gesehen, Daisuke? „Ich war auf schloss Neuschwanstein!“ Prima…wieso habe ich diese Antwort bloß erwartet 😀 Deutschland hat ja sonst nix 😀

Dafür konnte ich mal wieder einige interessante Dinge in Erfahrung bringen. Endlich verstehe ich auch, wann jemand San und wann Sama heißt. Und in welchem Winkel ich mich vor dem Tenno verneige. Und wieso ich das vor einem Obsthändler nicht so mache.

Wir unterhielten uns über Essen. „Ich habe Klöße gegessen. Sie sind sehr trocken und klebrig!“ Trocken? Klebrig? Daisuke…du hast sie ohne Soße gegessen! Ich musste lachen. Und er musste lachen, als ich ihm von meiner ersten Begegnung mit Natto erzählte. Das sind gegorene (?) Sojabohnen. Die Konsistenz ist eher…schleimig…und er fand es sehr amüsant, als ich sagte, dass Nori-Blätter so schmecken, wie Kaninchenfutter riecht. Ich habe mich gestern nämlich mal wieder ans Sushi gemacht. Es schmeckt mir nicht. Das weiß ich. Ich habs trotzdem nochmal probiert. Mit dem gleichen Ergebnis 😀

Es macht irre viel Spaß, mit Daisuke zu schreiben. Auch wenn es selbst für mich nicht einfach ist, ihm die deutsche Grammatik zu erklären. Ich verstehe sie ja selbst nicht wirklich. Und besonders viel Spaß macht natürlich das ewige hin und herschicken von Fotos. Danke Klischee, da bist du wieder. Denn er fotografiert wirklich alles 😀 Wenn er mittags in der Uni isst, bekomme ich mindestens zwei Fotos. Eins vom Essen, eins vom leeren Teller. Warscheinlich will er damit sagen, dass es gut geschmeckt hat.

Ich verabschiede mich erstmal wieder. Die Schule ruft…und mit ihr die Politikklausur, für die ich besser hätte lernen sollen 😀

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