Der Boden unter den Füßen

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Hallo ihr Lieben

Nach einem sehr langem und schönem Wochenende musste ja doch mal wieder Richtung Arbeit marschieren. Die Abschlussprüfung hängt mir im Nacken, die wird in zwei Wochen geschrieben. Eigentlich habe ich also genug komisches Zeugs im Kopf.

Ich kam also gerade auf der Arbeit an und schaute wie immer nochmal schnell aufs Handy. Entgangener Anruf. Ich Frage Google nach der Nummer. Was jetzt die örtliche Grundschule von mir wollte, war mir ein Rätsel. Aber da ich davon ausging, dass die mich nicht aus Langeweile anrufen, rief ich doch nochmal eben zurück.

Ich hatte die Schulleitung am Hörer. Eine ganz nette Dame. Die erklärte mir aber, dass ich mein Kind noch anmelden muss. Wie anmelden? Wofür? „Naja Frau Greeny, ihr Sohn ist ab nächstem Jahr schulpflichtig“ Moment mal…Schulpflicht? Mein Junge ist dann zur Einschulung nicht mal 6 Jahre alt. Ich dachte, er hätte bis 2017 Zeit und würde ab nächstem Jahr erstmal nur als „Kann-Kind“ durchgehen.

Gut, dann komme ich nicht drum herum. Aber so ein bisschen schwer fühlt man sich schon. Ein Schulkind. Er muss in die Gesellschaft eintreten, sich dem unglaublichen Leistungsdruck beugen, den es heute sogar schon an Grundschulen gibt. Ist er soweit? In einem Jahr kann viel passieren und trotzdem habe ich bedenken, ob er in einem Jahr überhaupt schon groß und reif genug für die Schule ist.

Vieleicht will ich auch nur nicht sehen, dass Junior kein Baby mehr ist. Dass er sehr sprachgewandt ist, sehr interessiert an Neuem, sich Dinge besser merken kann als ich. Vielleicht sehe ich das alles zu arg. Ich bin froh, dass sein Vater die gleichen sorgen teilt.

Ganz andere Gedanken kommen da noch dazu. Der Ranzen. Habt ihr mal gesehen, was ein guter Ranzen kostet? Und die Schulbücher? Ich sollte anfangen, Geld zur Seite zu legen. Der ganze Krempel macht echt arm! Der Gedanke an die Schultüte. An neue Freunde. An die ersten Hausaufgaben. An AG’s. Nette Lehrer. Doofe Lehrer. Elternabende. Dämliche Mütter. Klassenfahrten.

Für ihn beginnt der Ernst des Lebens. Für mich auch nochmal. Nur aus einer anderen Perspektive. Ein bisschen reißt es mir den Boden unter den Füßen weg. Er ist nicht mehr klein. Die Zeit ist gerannt. Und trotzdem bin ich auch ein kleines bisschen stolz und freue mich auf die neuen Hindernisse, die das Leben uns bieten wird und die wir gemeinsam über winden werden.

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